Wenn du mit der Acrylmalerei startest, begegnen dir wahrscheinlich schnell die ersten Anfängerfehler, und glaub mir: Das ist absolut normal. Ich erinnere mich noch so gut an meine eigene Anfangszeit – genau deshalb möchte ich heute meine persönlichen Erfahrungen mit dir teilen. Dadurch hast du die Chance, typische Stolperfallen von Anfang an zu vermeiden und mit viel mehr Freude zu malen.
Bevor wir starten, ist mir eines wichtig: Jeder Fehler ist ein Teil des kreativen Prozesses. Dennoch hilft es enorm, bestimmte Muster früh zu erkennen – denn dadurch entwickelst du dich deutlich schneller weiter und findest deinen ganz eigenen Stil.
1. Anfängerfehler: Zu wenig Farbe verwenden
Viele starten unglaublich vorsichtig. Vielleicht kommt dir das bekannt vor: Man möchte „bloß nichts falsch machen“ und trägt daher nur dünn Farbe auf. Dabei entsteht schnell ein ungleichmäßiges, fleckiges Bild – und man ist enttäuscht.
Sobald jemand beginnt, mutiger Farbe aufzunehmen und großzügiger aufzutragen, verändert sich das ganze Bildgefühl. Die Flächen wirken satter, lebendiger und viel selbstbewusster.
Mein Tipp: Nimm bewusst etwas mehr Farbe als du denkst. Acryl lebt von sattem Auftrag und Überraschungsmomenten. Du kannst später immer noch korrigieren – aber wenn du zu zaghaft malst, fehlt deinem Bild die Energie, die es eigentlich haben könnte.

2. Billiges Material macht den Prozess schwer
Ich weiß, hochwertige Kunstmaterialien können teuer wirken. Trotzdem sehe ich immer wieder, wie sehr billige Produkte den Malprozess erschweren. Sie decken schlechter, trocknen stumpfer und fühlen sich oft klebrig oder unkontrollierbar an.
Außerdem führt schlechtes Werkzeug schnell dazu, dass du denkst, du wärst „nicht gut genug“. Dabei liegt das Problem in vielen Fällen überhaupt nicht bei dir, sondern ausschließlich bei den Materialien.
Zusätzlich verändert ein etwas hochwertigeres Set dein Malerlebnis sofort spürbar: Die Farben strahlen intensiver, lassen sich leichter verteilen und bleiben länger lebendig. Dadurch entsteht ein ganz anderes Gefühl für Fluss und Kontrolle.
Kurz gesagt: Mittlere Qualitätsstufen reichen völlig aus – und sie schenken dir direkt mehr Freude und bessere Ergebnisse.

3. Keine richtige Grundierung
Manche greifen voller Motivation zur Leinwand und möchten am liebsten sofort losmalen. Dennoch lohnt es sich, kurz innezuhalten und eine Grundierung aufzutragen. Eine ungrundierte Leinwand saugt nämlich die Farbe regelrecht auf, wodurch die Oberfläche schnell fleckig, stumpf oder unruhig wirkt.
Im Gegensatz dazu sorgt eine dünne Schicht Gesso dafür, dass dein Pinsel viel geschmeidiger über den Untergrund gleitet. Gleichzeitig deckt die Farbe besser und bleibt länger brillant. Dadurch entsteht ein Gefühl von Kontrolle, das besonders am Anfang sehr wohltuend ist.
Letztendlich kostet die Grundierung nur wenige Minuten, bringt aber eine enorme Verbesserung mit sich.
Mein Tipp:Gesso dünn auftragen, trocknen lassen und erst dann loslegen – du wirst den Unterschied sofort spüren.
4. Mehr Tiefe durch Schichten: Ein häufiger Anfängerfehler
Acryl trocknet schnell. Und das verführt dazu, einfach immer weiter drüber zu malen, ohne Pause. Viele verlieren dadurch Tiefe und Struktur, weil sich alle Farbebenen zu einer gleichmäßigen Fläche vermischen.
Ich habe irgendwann gelernt, bewusst Momente einzubauen, in denen ich mich zurücklehne und das Bild einfach trocknen lasse. Das macht deine Arbeit nicht nur entspannter, sondern auch professioneller.
Warum Schichten so wichtig sind:
– Sie erzeugen Tiefe.
– Schichten erlauben dir, Fehler stressfrei zu übermalen.
– Verschiedene Layers bringen interessante Strukturen ins Bild.
Es ist fast wie beim Kochen: Manche Dinge brauchen einfach kurz Zeit, um ihren Geschmack

5. Farben zu früh vermischen
Dieser Anfängerfehler führt schnell zu Matschfarben
Das ist ein Klassiker. Viele wischen begeistert zwei frische Farben auf der Leinwand zusammen und wundern sich dann, warum sie plötzlich einen braunen oder grauen Ton erhalten, der gar nicht geplant war.
Auf der Palette hingegen kannst du kontrolliert mischen. Du siehst sofort, welche Farben harmonieren, ob du mehr Blau oder Rot brauchst und wie der Ton im Trockenen wirken wird.
Die Leinwand ist der Ort für Akzente – nicht fürs Grundmischen.
Wenn du dort mischst, dann bewusst: mit trockenen Pinseln, klaren Grenzen oder gezieltem Verlauf. Nicht „aus Versehen“.
6. Angst vor kräftigen Kontrasten
Einige fühlen sich von Kontrasten etwas eingeschüchtert. Man denkt, zu starke Gegensätze könnten „zu laut wirken“ oder die Harmonie zerstören.
Doch tatsächlich bringen Kontraste Leben in ein Bild. Ohne starke Hell-Dunkel-Bereiche oder deutliche Farbgegensätze wirkt ein Bild schnell flach.
Ich arbeite oft mit Komplementärfarben – und gerade in der abstrakten Kunst kann das deine Komposition unglaublich spannend machen.
Trau dich ruhig:
Ein helles Gelb auf einem tiefen Blau kann das ganze Bild zum Strahlen bringen.
7. Anfängerfehler in der Komposition: Ohne Plan ins Chaos
Abstraktes Malen bedeutet nicht „einfach drauflos“. Natürlich darfst du frei arbeiten, aber ein kleiner Plan schadet nie.
Ich erstelle oft Mini-Skizzen, die nur aus ein paar Linien bestehen. Manchmal markiere ich mir nur die Stellen, an denen ich später stärkere oder ruhigere Bereiche haben möchte. Schon das verhindert, dass man sich später auf der Fläche „verläuft“.
Komposition heißt nicht Kontrolle, sondern Orientierung. Du gibst deinem Bild einen Rahmen, der dir später Freiheit schenkt.
8. Zu viel Wasser in der Farbe
Dieser Anfängerfehler schwächt die Farbintensität
Manche glauben, Acryl verträgt beliebig viel Wasser – aber das stimmt nicht. Sehr stark verdünnte Farbe verliert ihre Leuchtkraft und kann sogar reißen, wenn du auf Leinwand arbeitest.
Ich nutze deshalb häufig Acrylmedium, wenn ich flüssigere Konsistenzen haben möchte. Diese Medien erhalten die Farbstärke und machen deine Oberfläche spannender.
Es ist ein kleiner Umstieg, der viele Aha-Momente bringt.
9. Kein Blick für das Trocknungsverhalten
Das Trocknungsverhalten von Acryl ist für viele neu. Eine Farbe, die nass perfekt wirkt, kann im Trockenen etwas dunkler oder kühler erscheinen.
Das ist normal – aber man muss es wissen, um später nicht enttäuscht zu sein.
Je mehr du malst, desto intuitiver entwickelst du ein Gefühl dafür. Du wirst beginnen, bestimmte Farben automatisch etwas heller zu mischen, weil du den späteren Effekt kennst.
Es ist wie ein Lernprozess zwischen dir und deinem Material.
10. Perfektionismus statt Prozessliebe
Dieser Punkt ist mir persönlich sehr wichtig. Viele, die mit dem Malen anfangen, sind extrem streng mit sich. Sie vergleichen ihre ersten Werke mit dem Endergebnis anderer Künstler – und vergessen den Weg dazwischen.
Perfektionismus verhindert, dass du spielst, probierst und riskierst. Und genau darin steckt die kreative Magie.
Meine ehrlichste Empfehlung:
Erlaube dir, schlechte Bilder zu malen.
Ohne sie gäbe es die guten überhaupt nicht.
Fazit: Jeder Anfänger darf Fehler machen – wichtig ist nur, dass du daraus wächst
Acrylmalerei ist ein unfassbar dankbares Medium. Und gerade als Anfänger darfst du neugierig bleiben, ausprobieren, schichten, experimentieren und, ja – auch Fehler machen. Wichtig ist, dass du dranbleibst, dir Wissen aneignest und dir selbst erlaubst, deinen eigenen Stil zu finden.
Wenn du Lust auf mehr Tipps aus meiner persönlichen Künstlerpraxis hast, bleib unbedingt dran – ich teile hier regelmäßig neue Inspirationen, Techniken und Gedanken für deinen kreativen Weg.
Deine

Hey, ich bin Laura!
Abstrakte Künstlerin & Mama. Auf dieser Seite zeige ich meine Kunst und teile meine Ideen & mein Wissen mit anderen Künstler:innen.


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